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5. Handeln

  • 14. Aug. 2021
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Aug. 2021

Mein Weg zum rassismuskritischen Denken und Handeln dauert nun schon zwei Jahre. Auf diesem Weg haben sich folgende Prinzipien für mich herauskristallisiert, die ich versuche jeden Tag umzusetzen. Vielleicht helfen sie auch Dir, den Weg anzufangen.


1. Sei wissbegierig – Wissen ist Macht

Je mehr Du über Rassismus weißt, desto größer ist die Chance Rassismus zu erkennen und einzugreifen. Dies ist nur der Anfang, ein erster kleiner Einstieg in die Thematik. Der Weg zum rassismuskritischen Denken und Handeln endet nicht hier, sondern fängt erst an. Folgende Bücher/Videos/Podcasts haben mir geholfen, Rassismus zu verstehen:

  • Exit Racism – rassismuskritisch denken lernen (Tupoka Ogette)

  • Die Herkunft der anderen (Toni Morrison)

  • The danger of a single story: https://www.youtube.com/watch?v=D9Ihs241zeg

  • Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten (Alice Hasters) – auch als Podcast auf Spotify

  • Deutschland schwarz weiß (Noah Sow)


2. Schau auf Dich selbst – fang bei Dir an

Dieser Weg fängt bei Dir an. Sich einzugestehen rassistisch sozialisiert worden zu sein und rassistisch gehandelt zu haben, ist eine große Herausforderung. Du musst deine eigene Sozialisierung, deine „Festplatte“ hinterfragen und umschreiben. Du musst eigene Denk- und Handlungsmuster hinterfragen. Warum denke ich das? Was steckt dahinter? Und vor allem Hinweise auf rassistische Verhaltensweisen annehmen. Nimm keine Verteidigungshaltung ein, sondern versuche deine Denkstrukturen aufzubrechen und Neue zu etablieren. Das alles erfordert nicht nur eine kontinuierliche Reflexion, sondern vor allem Mut, denn das Hinterfragen kann Dich durchaus in deinem Weltbild erschüttern. Auch wenn Du dich schon intensiv mit Rassismus auseinandergesetzt hast, sieh Dich selbst bitte nicht als „Maß der Dinge“. Nutze dein Wissen lieber, um andere Menschen zu ermutigen, den Weg zum rassismuskritischen Denken und Handeln anzutreten als sie zu belehren.


3. Sei Du selbst – nicht der Anwalt von PoC

Mir hat einmal eine PoC gesagt, dass Rassismus auch mich als weiße Person verletzen kann und dass ich das offen kommunizieren kann. Natürlich kann ich nicht das Gefühl von Betroffenen nachempfinden, aber durch die Äußerung meiner eigenen Gefühlslage stehe ich PoC bei. Ich solidarisiere mich mit den Betroffenen, ohne für sie zu sprechen.


4. Schau nicht weg – sprich Rassismus an

Schau nicht weg, sprich Rassismus an, wenn Du ihn erkennst, auch und gerade bei Personen, die Dir nahestehen. Das ist oft keine leichte Aufgabe, wir finden Ausreden, warum wir es nicht tun: „die Person hat es bestimmt nicht so gemeint“, „ich möchte die Stimmung nicht kaputt machen“, „ich möchte niemanden angreifen“… aber vor allem möchte ich nicht in einer Gesellschaft leben, in der Rassismus Erfahrungen den Alltag meiner Mitmenschen bestimmen. Jemanden auf sein rassistisches Verhalten hinzuweisen, kann der Person nur dabei helfen, sich selbst zu reflektieren und vielleicht den gleichen Weg zum rassismuskritischen Denken und Handeln einzuschlagen. Wir haben alle mal angefangen.


5. Gehe verantwortungsvoll mit deinen Privilegien um

Ja, wir als weiße Menschen sind Teil eines rassistischen Systems und wir haben dadurch Privilegien. Du musst Dich nicht schuldig fühlen, dass Du diese Privilegien hast. Es geht nicht darum, uns die Schuld für irgendetwas zu geben, sondern die Verantwortung für unsere Privilegien anzunehmen. Erst wenn wir unsere Privilegien anerkennen, können wir Ungerechtigkeiten erkennen und ändern. Nutze deine Privilegien, um etwas gegen Rassismus zu tun, Perspektivwechsel voranzutreiben und Heterogenität in deinem Umfeld zu schaffen.


6. Gib nicht auf

GIB NICHT AUF. Ich weiß, manchmal fühlt es sich so an als wäre man machtlos, als würde mein Umdenken keinen Unterschied machen, als würden selbst Menschen, die ich liebe und die mich lieben, ihre rassistische Sozialisierung nicht sehen (wollen). Aber jeder kleine Schritt macht einen Unterschied, deine individuelle Veränderung macht einen Unterschied.







 
 
 

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